Stellungnahme zum Artikel „Marode Tankstelle am Flugplatz Latsch ist nicht mehr TÜV-tauglich“ 06.08.25

Zur Berichterstattung im Neuen Tag/O-Netz zur Stilllegung der Flugplatz Tankstelle haben wir folgende Stellungnahme an die Pressevertreter verschickt. Der Artikel ist unter Medienberichte 2025 verlinkt:

Die Stadt hat scheinbar nach wie vor für den Flugplatz als freiwillige Leistung immer ein paar 100.000 € übrig. So wie es aussieht, fliegt das Flugplatzbudget sprichwörtlich unter dem Radar. Man könnte meinen, der Flugplatz hat einen höheren Stellenwert als andere Pflichtaufgaben wie z. B. die Erneuerung von Schulen.

Die Entscheidung zum endgültigen Aus des Sanierungsplans der Tankstelle am Flugplatz ist längst überfällig und richtig. Lieber sind im schlimmsten Fall Fördergelder zurückzuzahlen, als weiter Geld in eine Tankanlage als Fass ohne Boden zu stecken. Immer wieder wurden dem Stadtrat „günstige“ Lösungen zur Wiederinbetriebnahme vorgeschlagen und Geld ausgegeben. Die Rückbaukosten kommen jetzt noch obendrauf.

Das gleiche Trauerspiel zeichnet sich jetzt auch beim Tower ab. Dieser ist für einen Flugplatzbetrieb genauso wenig erforderlich, wie eine Tankstelle. Ein mehrstöckiges Gebäude wird für einen einzigen städtischen Mitarbeiter vorgehalten. Der völlig überdimensionierte Turm wurde in den 80er Jahren von der Stadt mit der Absicht eines Flugplatzausbaus gebaut. Dieses irrsinnige Vorhaben wurde 1996 in einem Bürgerentscheid mit überwältigender 75%iger Mehrheit durch die Weidener Bürger abgelehnt. Die Pläne wurden fallen gelassen, den Turm will die Stadt aber immer noch erhalten. Eine Sanierung wurde begonnen und im Haushaltsplan 2025 sogar Gelder unter dem Deckmantel höherer Einnahmen versteckt.

Die wahre Einsparung am Flugplatz liegt aber in der Umwidmung vom Status öffentlicher Verkehrslandeplatz zum Sonderlandeplatz. Der Flugleiterposten müsste 2026 nicht weiter besetzt werden. Die Notwendigkeit für einen städtischen Mitarbeiter kann ganz entfallen. Im Stadtrat gibt es Fraktionen, die dies auch seit Jahren fordern, aber bisher fehlt die Mehrheitsentscheidung.

In einer Betreibergesellschaft mit der Stadt als Eigentümer könnten die ansässigen Flugsportvereine den Weiterbetrieb selbständig organisieren und ihrem Hobby weiter nachgehen. Es ist nur ein ehrenamtlicher Flugleiter da, wenn tatsächlich geflogen wird. Momentan muss an 6 Tagen pro Woche, Sommer wie Winter, egal ob geflogen wird oder nicht, ein städtischer Mitarbeiter während der Betriebszeiten vor Ort sein und bezahlt werden.

Das Luftamt kann sich einer Abstufung nicht verwehren, wenn die Stadt diese auch tatsächlich will. Es greift das Konnexitätsprinzip „wer zahlt schafft an“ und die Stadt Weiden zahlt ausschließlich. Dieser Schritt wurde bereits 2014 von der Regierung der Oberpfalz in ihrem BKPV-Prüfbericht (Bayer. Kommunaler Prüfungsverband) als Konsolidierungsmöglichkeit zum Haushalt vorgeschlagen.

Eine Kostenoptimierung mit Abstufung zum Sonderlandeplatz, Rückbau des Towers und Weiterbetrieb über die Vereine macht auch ein künstliches Hochhalten der Flugbewegungen für vermeintlich mehr Einnahmen überflüssig. Einnahmen die nur viel krankmachenden Fluglärm bringen, aber das Defizit auch nicht abwenden konnten.

Ein Sonderladeplatz mit definierten Regeln ist die beste Chance für eine kostenoptimierte Koexistenz von Anwohnern und Flugsportvereinen.

Die Stadt braucht Geld, um den steigenden Kosten entgegenzuwirken – jeder kleine Bürger spürt dies bei den Erhöhung des ÖPNV oder Gebühren für Kitas. Nur beim Flugplatz wurden die Gebühren seit 2011, also seit 14 Jahren, nicht mehr erhöht! Der Stadtrat hat bereits einen Beschluss gefasst: „Eine Gebührenerhöhung ist vorzubereiten“. Passiert ist bis dato nichts!